Heimat: „Valentin Hennig“

das ist Valentin (Foto: Stefan R.)

das ist Valentin (Foto: Stefan R.)

Während andere Kinder draußen tobten, sich auf dem Spielplatz vergnügten, drehten sich bei Valentin Hennig die Gedanken um etwas ganz anderes: Trickfilme. Mit Pappkartons saß der Achtjährige in seinem Zimmer – Klebstoff und Schere immer griffbereit – und bastelte Figuren. Monster, Roboter oder Bäume. Mit einer VHS-Kamera hielt er die Bilder fest. „So entstanden meine ersten Stop-Motion-Filme“, sagt er heute und schmunzelt. 18 Jahre ist das her. Seine Arbeitsbedingungen haben sich inzwischen verändert, die Leidenschaft blieb, der Erfolg kam. Im April durfte der Student der Kunstakademie seinen Animationsfilm „Tiefschluchtengrottenfummel“ beim Internationalen Trickfilmfestival in Stuttgart vorstellen. „350 Zuschauer saßen im Saal, schauten sich meinen Film an – das war aufregend“, sagt der 26-Jährige.

Aufgewachsen ist Valentin Hennig in Tübingen. Nach seinen ersten Erfahrungen mit Stop-Motion-Filmen entdeckte er in der Oberstufe das Comiczeichnen für sich. „Der Wunsch, Kunst zu studieren, festigte sich“, erzählt er. Er bewarb sich an der Kunstakademie, wurde genommen, zog nach Karlsruhe. „In den ersten Semestern malte ich viel.“ Er beschäftigte sich intensiv mit Kunstgeschichte, brachte seine Gedanken mit Farbe auf viele Leinwände.

Doch seine Filmleidenschaft holte ihn wieder ein. Im Herbst 2011 begann er mit den Arbeiten für „Tiefschluchtengrottenfummel“. „Der Name ist lautmalerisch und soll das Gefühl des Films ausdrücken“, erklärt Valentin Hennig. „Bilder knallen aufeinander, verschiedene Körper werden geschaffen.“  Es gehe darum, wie Dinge wahrgenommen werden, betont er. Surrealistische Einflüsse tauchen in seinen Arbeiten immer wieder auf, die Bewegung aus den 1920er-Jahren prägt ihn.

Seit „Tiefschluchtengrottenfummel“ sind zwei weitere Filme entstanden, der vierte ist gerade in Arbeit. Inspirieren lässt sich der Student von Literatur über die Kunstgeschichte sowie der Psychologie, sein Interesse an Sigmund Freud ist groß. „Außerdem gehe ich gerne spazieren.“ In seinem Atelier in Schloss Scheibenhardt setzt er seine Ideen dann um.

Kunst als Herausforderung: Seine Filme versucht Valentin Hennig bei Ausstellungen auf unterschiedliche Arten erlebbar zu machen. Er projiziert sie unter anderem auf eine Holzplatte, der Betrachter muss so nach unten schauen, um die Bilder zu betrachten. Oder: Der Film ist nur hinter einer Wand zu sehen, hinter die der Betrachter kriechen muss. Die Installation „Ich laufe auf dem Boden und sehe mich von oben“ ist gemeinsam mit dem chinesischen Videokünstler Tao Kan Xu entstanden. Eine physische Anstrengung ist erforderlich, das Werk kann nicht einfach konsumiert werden, erklärt Valentin Hennig. „So ist die Kunst keine Selbstverständlichkeit.“

Weitere Infos zu Valentin: www.valentinhennig.de

auch das ist Valentin (Foto: Stefan R.)

auch das ist Valentin (Foto: Stefan R.)

 

 

 

2 Kommentare zu “Heimat: „Valentin Hennig“

  1. Bin zwar der Vater von Valentin ,aber unabhängig davon finde ich die den Beitrag sowohl
    kreativ als auch informativ.
    Claudius Hennig

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